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Warum es in Uschhorod keine Jeans gibt...

Wie sich die politischen Änderungen ganz konkret im Alltag auswirken: in Uschhorod gibt es schicke Geschäfte und einen riesigen Klamottenmarkt, den „Krasnodonskyj rynok“, auf dem sich sonntags die Massen durch enge Budengassen drängen, um gar nicht mehr so billige türkische Jeans und andere Kleidung zu kaufen.

Der offizielle Zoll auf die Einfuhr dieser Waren beträgt laut Gesetz 50% — den hat allerdings in der Vergangenheit praktisch niemand gezahlt, da die Jeans auf dem Markt dann unverkäuflich wären. Man fand eben „Wege“, sie auch billiger ins Land zu holen; dabei hatte der eine oder andere Zöllner sein Auskommen.

Jetzt ist alles anders. Zollpersonal wurde ausgetauscht, die offenen, nehmenden Hände sind verschwunden — aber die unmöglichen Zollgesetze kann auch Präsident Juschtschenko nicht mal „so eben“ ändern, das dauert. Und 50% Zoll zahlt nun wirklich kein Händler, wenn er sich nicht das kaufmännische Genick brechen will.

Das Ergebnis: Vorerst keine Jeans in Uschhorod.

von elya, 1.03.05
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Jungs in Uschhorod „Aber zurück zu dem Bild, das mir nicht aus dem Kopf geht: der kleine Junge, versunken in die Betrachtung des Flusses. Da drüben beginnt die Neue Welt.“
(Jurij Andruchowytsch, Mein Europa)