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Erst mal draußen halten

Vor ein paar Tagen habe ich wieder einmal mit Oxana telefoniert, und sie erzählte ein wenig von den Verhältnissen an der Uni: „eine kleine orange Revolution“ hätten die Studenten kürzlich veranstaltet, um die Wiederaufnahme der Untersuchungen zum Tod des letzten Unirektors aufzudecken — angeblich Selbstmord.

Irgendwie kommen wir immer noch nicht zu wirklich privaten Gesprächen am Telefon, die Politik dominiert.

Oxana wollte wissen, wie man hier den Drang der Ukraine in die EU aufnimmt — die abwartende Haltung, die im Westen an den Tag gelegt wird, nahm sie nur wenig enttäuscht auf: „wir müssen erst mal EU-Verhältnisse im eigenen Land schaffen, dann können wir auch über einen EU-Beitritt nachdenken.“

Heute bin ich beim Lesen des Spiegel von letztem Montag endlich auf Seite 103 gelandet, eine kurze Meldung berichtet, daß Herr Chirac angeblich geradezu ausgerastet ist, als George W. Bush in Brüssel auch Wiktor Juschtschenko dabeihaben wollte:

Weil die Ukraine beiden Organisationen [NATO und EU] nicht angehört, wird die erste Stunde von Buschs Kurzbesuch in Brüssel nun zur Sutzung der „NATO-Ukraine-Kommission“ erkklärt. Jacques Chirac, Frankreichs schnell aufbrausender Staatschef, war darüber „entrüstet“ und „ausgesprochen ungehalten“, berichtet ein Besucher des Präsidenten. Doch auch in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten wächst die Sorge, dass die Ukraine unaufhaltsam der NATO und der EU zuwächst, obwohl die Mehrheit den neuen Bewerber lieber fern halten würde.

Wundert mich das jetzt? Eigentlich nicht.

von elya, 25.02.05
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Jungs in Uschhorod „Aber zurück zu dem Bild, das mir nicht aus dem Kopf geht: der kleine Junge, versunken in die Betrachtung des Flusses. Da drüben beginnt die Neue Welt.“
(Jurij Andruchowytsch, Mein Europa)